Hilfe, die Welt flirtet mit mir!

von MaryamSamara

Ich kann nicht aufhören mich zu wundern und zu staunen, wie stark die Wechselwirkung von dem, was wir ausstrahlen und dem was uns begegnet, ist.
Ich öffne mich der Welt und sie begegnet mir offen!
Die Globalisierung als Chance für mehr Gerechtigkeit, wurde letztens in Geschichte diskutiert. Ein schöner Gedanke, auch wenn ihm wie  viele schöne Gedanken, das Utopische anhaftet. Utopisch scheint uns alles, was wir nicht in der Realität umgesetzt wiederfinden. Mal abgesehen davon, dass wir dazu neigen uns auf das was falsch läuft, was schlecht ist, zu fokussieren, ist es wohl genau dieser Glaube, der uns davon abhält, die Welt in der wir leben, zu verbessern. Denn immerhin sind wir es, die sich unsere Realität selber schaffen.
Wenn wir unsere Ideale zur Utopie (im heutzutage gebräuchlichem Sinne, eines nicht zu erreichenden Zustand) erklären, dann ist das Ideal nichts mehr wert. Obwohl ich dann Dinge sage (und auch so meine) wie: „Nur weil ein Ideal noch nicht erreicht wurde, vielleicht auch nie erreichbar ist, bedeutet es nicht, dass man aufhören soll, so nahe wie möglich an dieses Ideal zu kommen.“, bin ich da selbst gespalten. Die Kritikerin tritt der Idealistin ständig auf die Füße. In einer Welt zu leben, in der es keine Länder mehr gibt, alle Weltenbürger I. Klasse, Empathie eine Selbstverständlichkeit  und kein Fremdwort ist, scheint so ein Ideal, wobei ich mir nicht einmal sicher bin, ob es das ist.
Denn ein Leben ohne Kampf, Reibung, Hürden, wäre auch eines ohne Wachstum, Entwicklung und Versöhnung. Es wäre stinklangweilig. Vielleicht sollte man die Chancen nur gerechter verteilen und ein wenig Empathie für jeden, würde auch niemandem schaden.
Wir können schon etwas bewirken, wenn wir als Konsumenten unser Kaufverhalten von dem Marketing der Konzerne abhängig machen. Kurz: Kauft Fairtrade!
Gestern saß ich in einem Kaffee, trank einen Kaffee und beobachtete dabei die Menschen, um mich herum. Vor den Toiletten hing ein Schild, auf dem sinngemäß stand: Wenn sie mit den Toiletten zufrieden waren, dann freut sich unser Personal über ein Trinkgeld von 30 Cent!
Irgendwie dreist. Ne, wirklich dreist. Aber nichts, was mich aufregt. Es gibt schlimmeres auf der Welt. Ich bin bereit diese 30 Cent zu bezahlen.
Da die Toiletten aber die meiste Zeit besetzt waren, fragte ich den Toiletten-Mann, ob die Toiletten frei wären. Seine Augen blitzten auf; dunkle, müde, ältere, freundliche Augen, waren das. „Wie bitte?“, fragte er und ich wiederholte meine Frage, die er sicher schon hundert-tausendmal gehört hat. „Welche Sprache haben sie gerade gesprochen?“ fragte er daraufhin. „Deutsch!“, antwortete ich und lächelte. „Ich habe eine andere Sprache verstanden. Woher kommen sie?“, fragte er weiter. Wissend, worauf er hinaus will: „Mein Vater ist Araber.“ Wieder das Blitzen in seinen Augen, das sicherer, als sein Lächeln zeigt, wie er sich freut, so als würde eine Lampe angehen: „Salamu Alykum!“- „Wa Alykum Salam!“. Ich gehe auf Toilette. Als ich am Hände waschen bin, werden mir Papiertaschentücher durch den Türspalt gereicht und als ich wieder herauskomme, möchte er die 30 Cent nicht annehmen, ich lege sie aber einfach in den Teller und sage: Mae Salamah und gehe.
Es ist komisch, dass er mich arabisch sprechen gehört haben will, wo ich Deutsch gesprochen habe. Einen Akzent habe ich doch auch nicht.