große gesellschaftliche monade: stadt

von MaryamSamara

es gibt tage, da umgibt mich ein gefühl vollkommener entfremdung  : 

diese immergleiche stadt, in der du mindest noch hundert mal existierst. auf ihren straßen umweht sie dich mit fröstelnder wehmut und hüllt dich in ihre immanente müdigkeit. man geht aneinander vorbei und schaut sich nicht  um. ein, zweimal ein freundliches gesicht, ein lächeln, vorbei, zwischen zwei vertrauten fremden, ein wenig wärme, ein hauch von erkennen, aneinander vorbei. und neben den nachbarn lebt  man, kennt eventuell ihre namen und grüßt im vorbeilaufen. die stadt legt tagtäglich  ein paar gramm falten gleichgültigkeit mehr auf deine ausgebleichten augenringe. neblige erinnerungen steigen aus ihren kanalisationen hoch: in einem anderen leben hattest du solch hunger auf andere haut.