Lalla Essaydi

von MaryamSamara

Lalla Essaydi wurde 1956 in Marokko geboren, hat in Saudi Arabien gelebt und lebt und arbeitet  heute in New York. Entdeckt habe ich ihre mit Henna Kalligraphien übermalten Fotografien auf der Suche nach arabischen Kalligraphien.

Die Stimmung auf den Bildern ist einerseits dicht und greifbar und entzieht sich andererseits aufgrund der Unglaublichkeit der erzählten Geschichten wie einer der abgebildeten Schleier. Sie deckt auf indem sie zudeckt und sie deckt zu, in dem sie aufdeckt. Es scheint als würde sie sich dabei unserem ästhetischen Empfindens bedienen: der Betrachter ist angezogen von den Fotos, von der Helligkeit, von der Schönheit und Harmonie. Den einzig wirklichen Kontrast bilden die langen schwarzen Haare, aber auch das dient wieder nur dazu, das Bild zu ästhetisieren, es ist kein Ausbruch oder Aufbegehren in ihm zu erkennen, immer die gleiche leere in den Gesichtern. Die Haare sind das was unter dem Schleier verborgen liegt, aber nicht  außerhalb des Schleiers.

Was aber bedeuten die lesenden Frauen? Die Bücher? Was lesen sie? Sind sie ein Fluchtort oder Werkzeuge zum Ausbruch? Unter den gelangweilten Mienen der beiden Schönheiten auf dem Bett scheint eine Spannung zu legen, die Möglichkeit eines Wachwerdens. Aber sicher bin ich mir nicht, vielleicht sind es auch nur Geschichten, die unterhaltend, kurzweilig sind, Geschichten aus den leben anderer zur Kompensation ihres eigenen nicht-gelebten Lebens [so funktioniert es „bei uns“ ja auch].

Es ist die Geschichte einer Verführung. Aber es ist nicht die Verführung der Frauen [für die Frauen ist es eine Geschichte der Resignation], sondern die Verführung der Frauen durch die Männer mit ihrer eigenen Weiblichkeit. Sie verhüllen sich und verführen. Sie entkleiden sich und verführen. Am deutlichsten wird diese Unausweichlichkeit bei der verhüllten Mutter mit Kind. Sie löst sich fast auf in der Henna Bemalung, nur ihre Augen klagen wenn auch mit ihrer ihr eigenen Verzagtheit an für sich und ihre Schwestern, vor allem aber für ihre Tochter, die sich als einzige noch nicht abgefunden hat und so etwas wie Bedrückung und Angst zeigt.

. So weht der Schleier immer nur ein wenig, die Dargestellten verbleiben gefangen in der eigenen Resignation und Wutlosigkeit in ihrem lichten, schönen Harem, um die Besucher zu erfreuen.

quellen:

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