probleme mit der sorge

von MaryamSamara

ich kenne jemand flüchtig, der antwortet immer, wenn ich frage, wie es ihm ginge mit: „es geht so“ und sieht mich dabei mit einem traurigen und irgendwie erwartungsvollen, drängenden blick an. ich mag das nicht. wir kennen uns kaum und schon scheint er etwas von mir zu erwarten. soll er doch die floskel einfach mit „gut“ erwidern oder ehrlich „scheiße“ sagen. aber dieses „es geht so“ macht mich irgendwie sauer und ich nehme es ihm übel. es ist als würde es hilfe suchen bei dem anderen, die last der beantwortung an den fragenden abgeben wollen und obwohl ich ein zugewandter mensch bin, schreckt es mich ab. manchmal aber mache ich mir im nachhinein sorgen. er ist einer der menschen über die man sich nicht wundert, wenn sie eines tages einfach  nicht mehr da sind, weil sie von der brücke gesprungen sind oder sonst einen unfug gemacht haben. würde es mir dann leid tun, dass ich nicht interessierter gewesen war, mit meiner wärme so geizig gewesen? ich weiß es nicht, aber ich nehme mir das nächste mal vor ihn darauf anzusprechen, wenn er wieder „geht so“ sagt, dass es eben nicht so geht, wenn es immer nur so geht.

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es ist merkwürdig kompliziert, was da vor sich geht, wenn die freundin sich des öfteren besorgt zeigt und beschwertheit in einem sieht, die man meint, überwunden zu haben. sorge aus der liebe heraus, sagte sie. ich sorge mich um dich, sagt sie. doch es ist merkwürdig, das diese sorge mich selbst in sorge versetzt, gebe ich solch anlass zur sorge?- bis gerade habe ich mich doch einigermaßen wohl gefühlt, was mag ihr standart sein an dem sie mich misst, mich in meinem manischen phasen? und jedes andere ich, was damit nicht schritt halten kann ist besorgniserregend. und wenn ich nachfrage, dann fühlt sie sich zurückgewiesen, so als wäre ich zu stolz, als dass ich ihr erlauben würd sich zu sorgen…