hannah arendt – martin heidegger, briefe [1925] I

von MaryamSamara

Die Briefe beginnen mit dem ersten Brief Heideggers an Arendt, er ist der einzig förmliche:

Liebes Fräulein Arendt!

Ich muss heute Abend noch zu Ihnen kommen und zu Ihrem Herzen sprechen.

Alles soll schlicht und klar und rein zwischen uns sein. Dann sind wir einzig dessen würdig, daß wir uns begegnen durften. 

Dass Sie meine Schülerin wurden und ich Ihr Lehrer, ist nur die Veranlassung dessen, was uns geschah –

Ich werde Sie nie besitzen dürfen, aber Sie werden fortan in mein Leben gehören, und es soll an Ihnen wachsen. 

Durch den weiteren Verlauf der ersten Briefe [die allesamt von Heidegger sind, Arendts Antworten scheinen nicht gefunden worden zu sein?] wird deutlich, dass Heidegger sich vor allem in den Geist von Arendt verliebte, er sah ihn so wie andere ein schönes Gesicht oder einen atemberaubenden Körper. [dass eigentlich immer beides mit hineinspielt, von der Prämisse gehe aus, stellt sich hier nur die Frage der Priorität.]

Immer wieder wird auch auf das Uni-leben eingegangen und die Stellen sind persönlich wichtig für mich, durch sie wird mir bewusst, dass das was ich glaubte, akzeptieren zu müssen, da ein Studium so sein müsste, gar nicht stimmt. Ein Studium war damals wohl sehr viel persönlicher, im positiven Sinne verschulter, wo es heutzutage nur noch im organisatorischen Sinne verschult wurde. Das Auf-oder auch Untergehen in einer anonymen Masse, die eifrig ihre Scheine sammelt, dieses ständige Gefühl der Inkompetenz, nichts zu können, nichts zu wissen, nie etwas werden zu werden, all das müsste vielleicht gar nicht sein. Aber das nur am Rande, immerhin soll es hier um Liebe gehen und dazu steht auf Seite 31, im Brief 13.V.25.:

Ich danke Dir für deine Briefe – daß Du mich in Deine Liebe aufgenommen hast- Liebstes. Weißt Du, dass das das Schwerste ist, was einem Menschen zu tragen gegeben wird? Für alles sonst gibt es Wege, Hilfe, Grenzen und Verstehen- hier nun bedeutet alles: in der Liebe sein = in die eigenste Existenz gedrängt sein. 

Amo heißt volo, ut sis, sagt einmal Augistinus: ich liebe Dich – ich will, daß Du seiest, was Du bist.