Fischersfrau

von MaryamSamara

Die Fischerfrau sitzt am Küchentisch und will etwas schreiben…

sie weiß nicht, was sie schreibt, was sie schreiben will, wem sie etwas sagen will, will sie schweigen? Wartet sie auf jemand? Geht sie mit den Worten fischen? Was fischt sie? Vertreibt sie sich die Müdigkeit mit dem schreiben. Sie denkt nach…

alle großen Dichter waren berauscht…Aber, so denkt sie, sie ist kein großer Dichter, nur ein kleiner Fisch, der sein Maul groß aufreißt. Sie weiß, es wird niemand kommen, um es ihr auszureden…Sie wird es akzeptieren müssen, ihr Schreiben, ohne zu wissen. Die Männer wissen immer warum. Die Männer geben an, zu wissen. Die Männer schmücken sich mit falscher Bescheidenheit. Sie sagen nicht, was es ist.  Aber es ist bedeutsam. Das weiß sie und dass sie nicht weiß, sie weiß sogar, dass sie nie wissen wird. Sie schaut zum Fenster hinaus. Ihre Hände riechen nach Zwiebeln. Diesen Geruch wird man nie wieder los.

die glockenschläge verganger zeitalter

in kalkstein gebrannte tragödien

stumme schreie und stille

größenwahnsinnige

kieselsteine begraben unter

lauter geläuterten.

bucklige winde im rückenwind unserer

sehenswürdigkeiten, unendlich scheinende

aneinander vorbeirauschende ströme im wirbel unserer

epilepsien, ozeane  voll blaublütiger tinte, geschrieben, geschrieben.