Mein Onkel sagt…

von MaryamSamara

Die Kunst verlangt Geduld, sagt mein Onkel. Du musst das Bild arbeiten lassen, es weg stellen, es wieder herausholen, sagt er.

Ich habe diese Zeit nicht, sage ich. Deshalb werde ich nie ein Künstler sein.

Und doch ist das Malen für mich kein Hobby, dafür ist es zu existenziell und das schmerzhafteste[oder auch das frustrierenste] am ganzen ist, dass in mir viel mehr Gedanken sind, als man außen dann sehen kann. Das ist beim Schreiben auch so, aber dort habe ich die Möglichkeit durch Ausführen meiner Gedanken darauf hinzuweisen [wobei meine Gedankenwelt momentan erbärmlich klein ist, immer und ewig um dieselben Dinge kreisend].

Dafür ist das Gemalte eher etwas zu dem ich stehen kann, ohne die Resonanz der anderen, es steht mehr und bescheidener für sich, eine Ich-Botschaft, ohne Ich und Botschaft. Und obwohl es so ist, ist es mein strengster Lehrmeister, der mich promt für jeden klizekleinen Gedankenwunsch bestraft, was die anderen davon wohl halten werden..wie ich diesen Gedanken mittlerweile hasse, wie kleinlich er mich macht und wie unecht. und so nehme ich meine Strafe jedesmal an und entschuldige mich, fange wieder von vorne an. Bescheidener und doch immer am Ende meiner Geduld.