geisterfahrer

von MaryamSamara

ich wandere durch die straßen berlins bei zimmertemperatur, schaue mir die plätze an bevor ich da gewesen bin und wundere mich, wie die dankbarkeit von generation zu generation im schwinden begriffen ist, diese unfähigkeit die kleinen reste, die in uns wohnen von einer bewussteren zeit keimen und in die welt herauszulassen, geschweige denn sie seiner nachkommenschaft ins Herz zu legen  . diese krümel dankbarkeit über die wunder der welt, über die kleinen dinge des alltags, über den überfluss, in dem wir schwimmen, sind längt unfruchtbar geworden. fragezeichen.

oder warten sie auf eine andere kargere umgebung, um auf ein neues zu keimen. ausrufezeichen.

ich laufe auf den bürgersteigen dieser verdammten stadt, mit dem Strom, betrete die straße und stelle mich den autos entgegen, ein laufender geisterfahrer. die autos fahren durch mich hindurch, bin ich am ende dann doch der geist geworden, den diese stadt schon so lange für mich vorgesehen hat.

sich sichtbar machen. was macht man, wenn man nicht gesehen wird.  es liegt auf der hand. nur kann man es von dort schwer greifen, denn es liegt auf den eigenen, auf beiden.

ich eile durch die gassen dieser stadt, auf der suche nach etwas, irgendetwas

habe ich hier verloren, noch außer der wärme, da war etwas, ein hässliches wort mit schöner bedeutung

die neugier.