2 Euro-eine Kurzgeschichte

von MaryamSamara

Ich erzähle euch eine Geschichte…

Gestern kam ein Mädchen zu mir als ich auf dem Bahnhof auf der Bank sitzend auf die Bahn wartete. Ein schmutziges Mädchen, aber sie stank nicht. Sie hatte blonde Haare und ein freundliches Gesicht. Sie sagte so etwas wie : Vielleicht 50 Cent?  

Kann sein, dass sie auch einen ganzen Satz sagte, aber sie nuschelte und sprach schnell, so dass ich ihr nicht ganz hinterherkam und schon war sie bei einem Euro?.  Ich fasste an meine Tasche, um sie zu öffnen und da war sie schon bei: Vielleicht 2?

Ich lachte und schüttelte halb den Kopf und sagte: Vielleicht kann ich dir einen Euro geben und schaute in der Börse nach. Dort lag ein zwei Eurostück, mehr nicht. Ich holte es raus und sagte:

Du hast Glück! Es sind zwei Euro. 

Sie freute sich, nahm es, dankte und war auf und davon. 

Geben und nehmen, dachte ich mit einem Gefühl, dass ich kaum beschreiben kann, dass sich verändert hat, von etwas, das einst mit kindlichem Stolz verbunden war [ich, die gebende. da hast du was gutes getan] zu etwas schambehafteten [ich, die nicht als Gebende gesehen werden möchte und versucht dem anderen die Demütigung zu ersparen] hin zu: Geben und nehmen. Einatmen, Ausatmen. Verbindungen. Sind wir nicht deshalb da?