fest zu haltenes

von MaryamSamara

„Ich hasse euch!“, schrie die fünfzehnjährige Tochter in Richtung ihrer Familie. „Hmm“, antwortete schmunzelnd der Vater mit seinem türkischen Dialekt: „Isch mag dich!“

—————————————-

Er war süchtig nach ihren Briefen an ihn. Er sagte, sehnsüchtig. Es handelte sich um bestimmte Briefe, die vorgeschlagenen Links oder Erzählungen aus ihren Alltag zählten nicht, egal wie lang sie waren, wartete er immer auf Briefe, die von Sehnsucht handelten und der dazu gehörigen Liebe.

Sie hatte ihm gesagt, dass diese Erwartung alles zerstören würde und er hatte wissend genickt, wie er es immer tat, um ihr zu zeigen, dass er verstand, wenn das nicht half, auf sein Gefühl verweisend, dass sie ihn nicht kennen würde, noch nicht, damit noch Raum für die Möglichkeit neuer Entdeckungen bliebe und sie nicht das Gefühl bekäme, ihn nun ergründet zu haben und weiterziehen zu wollen, da sie nicht gefunden hatte, wonach sie auf der Suche war.

Du sagst Dinge und benimmst dich ganz anders, sagte sie ihm oft.

Du interpretierst mein Verhalten falsch, antwortete er und dann zählte sie ihm auf, was er getan hatte oder eben nicht, welche verräterischen Veränderungen sie zu ihren Schlüssen gefühlt hatten und am Ende blieb ihm nur das immer mehr kränkelnde: Du kennst mich noch nicht.

Sie war ihm dankbar für seine Geduld mit ihr und seinen Mut ihr gegenüber zu treten und für sehr vieles mehr. Das Gefühl der Dankbarkeit wuchs und vermischte sich mit Gefühlen der Liebe. Es war merkwürdig und sie wurde das Gefühl nicht los, dass es nicht rechtens sei, eine Liebe auf Dankbarkeit zu gründen, und so oft sie das Gefühl ihrer Sozialisierung zum Fraß vorwarf, es stand immer wieder auf, auf eine unnachtragende Art und Weise unverwüstlich; und es half auch nichts, dass es sich echt und tief anfühlte….sie sehnte sich nach mehr. Aber was ist schon Sehnsucht, sagte sie [anderes als eine Sucht].