fest zu haltenes II und so

von MaryamSamara

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Dank an alle die hier lesen, obwohl ich selbst so lese-widerwillig geworden bin, so als hätten sich meine literarischen Straßen heimlich und ganz allmählich in Einbahnstraßen gewandelt, nur noch raus, nichts mehr rein und so liegen mir die Worte nicht nur schwer im Magen, sondern kommen mir mittlerweile auch nur schwer über die Zunge, in die andere Richtung versteht sich. Wenn man so will bin ich eine Magersüchtige der Worte geworden. Auch was raus kommt, ist weniger geworden. Vermieden werden Wiederholungen, denen mit der Zeit eine gewisse Lächerlichkeit anhaftet, wenn man sich selbst dasselbe sagen hört. Hören ist ein merkwürdiges Wort…. Hören- so als käme es ganz selbstverständlich von Ohren…

Es gibt da etwas, das ich gestehen will: Ich verabscheue Menschen, die zu viel reden. Zu viel bedeutet, dass sie reden und die anderen nur als Ohr brauchen. Ihnen würde es reichen, wenn der Mensch aus Ohren bestünde und ein paar auf sie gerichtete Augen, vielleicht noch ein paar Hände, die entsprechende Gesten machen. 

Wenn man ihnen antworten will und selbst wenn es auf sie bezogen ist, dann hören sie nicht einmal das. Es ist als hätten sie selbst keine Ohren nur Münder. 

Solche Menschen machen mich müde und stumm, so als würde ich mir selbst den Mund verbieten aus Angst, wie sie zu sein, oder auch weil ich ihr ihnen nicht verbieten kann. 

Wenn es geht vermeide ich die Gesellschaft von solchen und schäme mich ein wenig, weil ich unfähig bin, mich in sie hinein zu versetze. Das einzige, was ich im Kopf habe ist ein Klebeband, das ich auf ihre Münder klebe und dann würde ich sie fest halten und mit ihnen reden. 

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Es war einmal eine Motzverkäuferin, die war nicht wie die anderen, sie hatte besondere Augen, das Gegenteil von stumpf und aufgegeben, wach und neugierig. Eines Tages kam eine Frau an ihr vorbei, die war nicht wie die anderen, ihre Augen funkelten und suchten nach ihresgleichen. Sie fing an ihr zu zu lächeln und „Wie gehts?“ zu fragen. Die andere lächelte schüchtern zurück und antwortete im gebrochenen Deutsch. Sie kam aus Rumänien. 

Immer wenn die Frau aus der Post kam und ihre Geschäfte gut liefen, das heißt, sie Geld auf dem Konto oder ein Paket abgeholt hatte, dann gab sie ihr etwas. 

Eines Tages zeigte die eine auf ihren Bauch und die andere sagte: Bist du schwanger. Und sie nickte. Da brachte sie ihr Obst und Brot mit. 

Gestern sagte die Schwangere: Probleme. Medikamente für meine Mutter, ich brauche. 

Und die Frau schaute sie an…..

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Und es gibt so vieles, was ich sagen würde. Ich plane ein Cafe. Ich sorge dafür, dass ich das Futter bekomme, das ich benötige und das Wasser, nach dem ich so durstig bin. Und wie ich vor meinem Bett flüchte, obwohl es mich so besitzergreifend zu halten versucht. Dass ich mich wund und verletzlich, gleichzeitig wie in einen Kokon gehüllt fühle. Wie ich mich zum ersten Mal an jemanden hing und mein Stolz nicht intervenierte oder wie ich einem anderen erlaubte nahe zu sein und ich mir selbst befahl nach Nähe zu suchen. Und auch zum ersten Mal, sprach ich einige meiner Wünsche laut aus und bestand auf ihnen, auch als der andere sie für ungut abtat und Erklärungen [für mich] suchte, anstatt Akzeptanz. 

Und doch bin ich auch geizig mit meinen eigenen Worten geworden. Vielleicht verberge ich zu viel in mir selbst, aber ich halte das meiste für nicht wert oder für zu unreif ausgesprochen zu werden….und so passiert es zum ersten Mal, dass ich wirkliche Anfänge von Geschichten in meinem Kopf habe, die nicht meine sind und auch keine von anderen übernommenen. Sie sind noch ganz zart und wauschig (erfundenes Wort, man folge dem Klang). Aber ich liebe das neue an ihnen, das wachsen. 

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Die Unordnung hält fest, sie besteht auf Akzeptanz! So wie das Übergewicht fest hält aus demselben Grund. Und die Trauer/Müdigkeit und all das, was ich am liebsten wegzaubern wollte. So langsam begreife ich aber, dass kein Weg an einer Freundschaft vorbei führt und einer Dankbarkeit für ihre Existenzen. 

Dank Unordnung, du zeigst mir den Weg. Manchmal erschrickst du mich, denn ich weiß, dass es eine Entsprechung in mir geben muss, mit der ich meine, es nicht aufnehmen zu können…..und so [weiter]