Lebensbeweise oder das Versiegen der Worte

von MaryamSamara

Wenn es nichts mehr zu berichten gibt,

ist das nicht merkwürdig, das Versiegen der Worte und der Gedanken, der Suche, dieser Suche, die schon so lange zu einem gehörte, dass man sich nicht mehr an ihren Anfang erinnern kann. 

Ich wollte ein Du-Heftchen schreiben, in dem ich genau das tue, was ich heute (als Erwachsener) gar nicht mehr mag, als Kind aber als unglaublich raffiniert empfand:

Lieber Leser, du kennst mich nicht, aber das ist auch nicht weiter wichtig, denn ich kenne dich auch nicht.

Vielleicht sitzt du gerade in der Bahn, aber auch das wo ist eigentlich nicht wichtig. Nur das wie, darauf soll es uns beiden ankommen. Wie fühlst du?-dich und deine Welt.

Kennst du das, wenn ….

Sowas in der Art wollte ich schreiben,

aber dann war auch schon das wie nicht mehr wichtig, und wie sollte es auch, wenn das eigene immer blässer wird, wie sollte da das wie eines anonymen anderen wichtig sein?

Was wünscht du dir?- fragte er mich und ich konnte es zuerst nicht laut aussprechen aus Angst, der gesprochene Satz würde wieder Macht über mich ergreifen, mich aus meiner Gleichgültigkeit werfen, wie Adam aus dem Paradies. 

Nach einer Weile sagte ich leise: Ich wünsche mir jemanden.