Monolog mit dem Meer

von MaryamSamara

Der Wind macht Geräusche. Die Bäume beugen sich. Die Vögel haben Mühe sich oben zu halten. Gestern schien so sehr die Sonne. Die Menschen schwitzten. Manche hatten noch Winterjacken an. Manche lächelten. Einige hielten ein Eis in der Hand.

 Bild

Am Nachmittag malte ich das Meer und dachte dabei über Männer nach, obwohl ich eigentlich ein blaues Bild malen wollte mit in zwei verschiedenen Blautönen. Meine Gebundenheit ans Meer hat die Angewohnheit sich dazwischen zu drängen. „Du bist mir zu nass, viel zu viel Sehnsucht!“, tadelte ich es in Gedanken: „Die Erde ist mir näher, aber du drängst dich immer wieder dazwischen. Dich kann man nur vom Strand aus schön finden. Ein Berg hingegen offenbart seine volle Schönheit, wenn man auf ihm steht. Auch dein Wind, der an deiner Küste weht, verwüstet meinen Kopf, schon der Gedanke fährt schmerzhaft durch die Knochen, so als müsste ich  an einem stürmischen Regentag mit einer dieser Mittelohrentzündungen, die ich als Kind oft hatte ins Schwimmbad (schwimmen) gehen…“

Natürlich wusste ich, dass sich das Meer nicht darum scherte wie ich zu ihm stand, aber es schien in dem Augenblick vollkommen richtig diesen Monolog zu führen. „Ich fürchte mich vor dir, weil dein leuchtendes Blau sich so schnell in wildes, kalt-nass-flüssiges Schwarz verwandelt und man so schnell den Boden unter den Füßen verliert.“