Schuldig bekennen.

von MaryamSamara

Zu oft beschuldigen wir die Worte für unsere eigene Unfähigkeit, verlangen von ihnen sie würden für uns sprechen („ein gutes Wort einlegen“, also überzeugter von uns sein als wir es selber sind) und nehmen es ihnen Übel, wenn sie es nicht tun, unsere Wünsche in Wirklichkeit verwandeln wie einst Jesus Wasser in Wein….durch sein Wort? Durch seinen Wunsch?

Gestern rehabilitierte ich die (meine) Worte und entschuldigte mich bei ihnen. Dabei ging es nicht darum, sie als etwas anderes als Ausdrucksweise meines Inneren, Hinweise des Unbewussten, Spiegel meiner seelischen Verfassung zu betrachten, ihnen ein Eigenleben oder eine Persönlichkeit zu verleihen.

Es ging um das Eingeständnis, niemand anderen die Schuld zu geben als uns selbst; ein Bekenntnis, für sich verantwortlich zu sein. Aber ich gebe mir nicht die Schuld im eigentlichen Sinne des Wortes (etwas, wofür wir etwas können) für meine Schwächen, meinen Mangel, denn ein Mangel ist immer etwas, das einem zugefügt wurde, das einem nicht gegeben wurde und trotzdem von uns erwartet wird, dass wir ihn dann füllen mit etwas, das uns unbekannt ist, da es uns nicht gegeben wurde. Und auch die Schuld derer, die uns den Mangel weitergaben, auch sie konnten uns nur geben, was sie hatten und nicht geben, was sie nicht hatten.

Wenn man das Wort Schuld auf diese Weise betrachtet, dann wird es in seiner Bedeutung auf etwas rduziert, das man nicht geben kann, weil man es nicht hat. Genau das möchten wir aber nicht so stehen lassen, können wir nicht. Wir müssen daran glauben, dass jeder seine eigene Leere füllen kann, dass es Heilung gibt.

Was aber wenn, die einzige Möglichkeit auf so etwas wie Heilung darin besteht, sich schuldig zu bekennen? Was, wenn alles andere nur ein Betrug ist, der manchmal ein ganzes Leben lang hält. Die Vorliebe mancher Leute alles bunt zu tragen, sich buntes Geschirr, bunte Wände anzueignen, zum Beispiel, ist oft genug ein Versuch das graue in ihnen zu zu decken. Und von denen, die ihr Leben mit Abenteuern aller Art füllen: Ihre eigene Leere zum Schweigen zu bringen. Und es gibt ganze Industrien, die dafür sorgen, dass das möglich ist und sogar so genante Philosophien, die diesen Ansatz unterstützen, denn wenn man so tut als ob, dann wird es eines Tages, wie Wasser zu Wein. So einfach.

Und dann die bei denen das Placebo nicht wirkt.

Manche von ihnen wissen gut Bescheid über die kognitiven Einflussmöglichkeiten auf unser Innenleben. Sie haben sogar den negativen, kognitiven Sätze in ihren Köpfen ihre Glaubwürdigkeit entzogen (in dem sie sie nicht mehr als objektive Beurteilung einer Situation, sondern eher als Angst  verstehen) und haben anstelle dessen ihren Wünschen mehr Einfluss gegeben. Anstatt zu sagen, dass der andere das Interesse nicht erwidert hat bedeutet wohl, dass wir nicht interessant genug sind, deuten sie den Satz um (nicht die Situation!!,  Hier geht es allein um die verschiedenen, möglichen Deutungsmöglichkeiten der Situation!): Vielleicht war ich zu viel für ihn/sie. Vielleicht hat er sich mir nicht gewachsen gefühlt. Vielleicht bin ich ihm zu nahe gekommen…..

Und genau aus dieser Erfahrung heraus wissen sie, dass die oben sitzende Instanz nicht an den Bruch reicht, der ganz woanders sitzt..