Wir sind, was wir sagen, wie wir sind.

von MaryamSamara

Ein ganz wichtiger Gedanke: Materie reagiert auf Ansprache.

Wir werden, was wir denken, sagen, schreiben. Das ist der einzige Weg aus dem Determinismus heraus. Das ist unsere Möglichkeit zur Selbstbestimmung. Deshalb ist eine nihilistische Einstellung so verheerend. Sie verneint nur und stärkt dadurch das Negierte.

Ich zweifle zwar an der radikalen Auffassung, dass unser Unterbewusstsein und/oder das Universum kein Nein verstehen würden, aber dennoch hat eine positive Formulierung mehr Kraft, denn sie ist konkreter und klarer als das Verneinte.

Meine noch so genauen Formulierungen darüber wie es mir geht, die Beschreibungen der Leere und der Einsamkeit, sie haben mich nicht retten können. Ich habe mit ihnen lediglich meine Leere multipliziert.

Das Schön-reden ist nie mein Ding gewesen, ich liebe die Ehrlichkeit, das Echte dafür zu sehr. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Es geht darum, die Echtheit der negativen Gefühle in Frage zu stellen. Es geht nicht darum sie zu verneinen (wichtiger Unterschied!).

Es geht darum, ihnen die (Über)Macht zu entziehen.

Wenn wir eine Pflanze mit freundlichen Worte anreden, dann wächst und gedeiht sie. Warum gestehen wir uns nicht dasselbe zu? Materie reagiert auf Ansprache, auch auf Nonverbale. Deshalb geht es uns in einer schönen Umgebung gut und in einer unschönen schlecht.

Ich möchte mehr von den Dingen schreiben, die ich mir wünsche, anstatt von dem, was ich fühle, damit die Gefühle meinen Wünschen ähnlicher werden und sich meine Wünsche trauen Form anzunehmen, konkreter zu werden.