Ausnahmslose Annahme

von MaryamSamara

Wir überreden uns, etwas zu glauben, zu tun oder zu lassen. Wir reden uns eine Idee aus, einen Wunsch, eine fremde Vorstellung.

Wir reden uns etwas ein, Dinge, die uns durch Gewohnheit angenehm in den Ohren klingen, die Bestätigen sollen, was wir zu glauben ertragen.

Der Cursor läuft immer öfter von rechts nach links. Gefühle kommen hoch, aber sie besetzen einen nicht. Wir lernen, den Mangel in anderen sein zu lassen. Wir lernen den Mangel in uns anzuschauen und man weiß mit einem Mal, dass es kein Überreden gibt und keine Ausreden, wenn du bereit bist, die Abers loszulassen, die Gründe, die du finden kannst, die du immer finden wirst, wenn du noch nicht bereit bist, den Schmerz frei zu geben, der sich so gut um dich gekümmert hat, wie vielleicht niemand zuvor.

Da kommt auch Wut hoch über unsere Sturheit, unsere Besserwisserei, unsere Einwände. Eine „heilige“ Wut, die all die Konstrukte zerschlagen will. Und erst danach dann eine Sanftheit. Hier geht es nicht um Fähigkeit oder Perfektionismus.

Es geht um Annahme.

Annahme.

Eine Annahme, die nicht von Vermutung kommt, sondern von Anerkennung (ich würde Akzeptanz sagen, wenn es nicht so ein eckiges Wort wäre).

Alles, was da gerade ist, in mir, außerhalb von mir: So ist es.

Viele verwechseln verwechseln das mit Aufgeben, Resignation. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Wir geben auf, wenn wir das was ist, nicht ertragen/annehmen können. Dann gehen wir durch orkanartigem Gegenwind und verzweifeln. Ich sagte einmal: Ich kann (es) nicht (ertragen) da sein, wo ich gerade bin! Das ist das Gegenteil von Annehme und es löste sich erst auf als ich sagen konnte: Ich nehme an, dass ich gerade in einer Situation stecke, die mir das Gefühl gibt, sie nicht ertragen zu können.

Annahme ist die Aufgabe, den Moment vorurteilsfrei wahrzunehmen.