Was unglaublich ist.

von MaryamSamara

Meist verschwinden das Schreiben und das Malen gleichzeitig. Diesmal sind es nur die Worte, die mir aufgrund der Ereignisse, die einen dunklen zukünftigen Schatten werfen fehlen.

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Ich warte auf den Staatsanwalt in meinem Kopf, der die Tatsachen sammelt, sortiert und in einen sinnvollen Zusammenhang bringt. Bis jetzt habe ich Fetzen und weiß nicht, wie ich sie legen soll.

Ich bin einerseits froh, dass ich keine  laute Stimme habe, so dass es am Ende unbedeutend ist wie ich zu den Geschehnissen der Tage stehe. Feststeht (für mich) mittlerweile, dass wir durch Medien und virtuelle Vernetzung auf bedenkliche Weise emotional-politisch konditioniert werden. Nicht, dass das vorher nicht stattgefunden hätte, das manipuliert werden, nun aber ist es dichter, schneller; unglaublich emotional springt ein pseudo- politische Bewusstsein auf das Individuum über, das an Fakten nicht sonderlich interessiert ist, sondern eher daran Teil von etwas zu sein, seinen Ärger, seine Trauer, seine Ohnmacht, seine Angst, seinen Hass auf jemanden abladen zu können (Ok, das wiederum ist nichts neues, die gleichen Mechanismen funktionieren eben immer und immer wieder, das ist es, was mich und den Propheten unter anderem so unglaublich müde macht).

Froh bin ich, weil egal wie laut und klar die Stimme wäre, sie würde nichts ausrichten können gegen die unglaubliche Trägheit der Masse. Die Menschen, die Dinge kritisch und differenziert betrachten, werden in Diktaturen gleich umgebracht. In freiheitlich, demokratischen Ländern hat man andere Mittel. Man integriert (wenn es geht, wenn nicht gibt es noch andere Mittel) den Kritiker in das System, benutzt ihn als Alibi der eigenen Liberalität und weiß, dass er nicht viel ausrichten wird gegen die benebelten Massen. Hier Ein vorzügliches Beispiel für die Existenz reflektierter Menschen.

Andererseits quält mich das Gefühl meiner eigenen Ohnmacht, würde dem Wahnsinn, der draußen passiert gerne ins Gesicht schreien anstatt zu schweigen.