Glaube, Leben, Tod

von MaryamSamara

Es wird immer wieder erzählt, dass das der Glaube an ein Leben nach dem Tod aus Angst vor dem Sterben erfunden wurde.

Aus Angst also. Eine menschliche Schwäche.

Zum Trost. Ein menschliches Bedürfnis.

Es wurde uns in der Schule erzählt, an der Uni oder von anderen gutmeinenden Autoritäten. Und jedesmal sah derjenige, der es sagte so aus, als habe er die Dummheit des unaufgeklärten Menschen durchschaut. Mit so einem sympathischen, liebevoll-herablassenden Funkeln in den Augen.

So wurde definiert, dass der moderne Mensch nicht an ein Leben nach diesem Leben glauben darf, außer vielleicht sehr bescheiden und reflektiert.

Wie einfach das immer wieder funktioniert.

Für eine Aussage/ein Gedanke wird nur eine mögliche Schlussfolgerung zugelassen und damit die Aussage selbst diffamiert. (fauler, rhetorischer  Zaubertrick, der mich sowohl staunend als auch wütend macht).

Und ob der einzelne Mensch es durchschaut oder nicht, er kommt gegen die Deutungshoheit der jeweiligen Epoche schlecht an.

In diesem Falle: Ab in die Schublade der spirituellen und/ oder religiösen Spinner.

Dabei könnte man genauso gut sagen: Der Mensch hat die Idee vom alles auslöschendem Tod aus Angst vor einem ewigen Leben erfunden.

Und auch wenn es etwas kindisch klingt, das ganze umzudrehen, es gab Zeiten, da ging ich davon aus, dass mit dem Tod als der große Bruder des Schlafes dann endlich alles vorbei wäre.

Eines kann man bestimmt sagen: Er passt in diese übermüdete Zeit: Der Glaube an kein Leben nach dem Tod (oder um es positiv zu formulieren: Der Glaube an die Auslöschung mit dem Sterben).