Neuanfang (to be continued)

von MaryamSamara

Vielleicht war es der (nicht zu Ende gebrachte) Unibesuch, der mich hemmte, mein kindliches Schreibe-ich zu zulassen, immer wenn ich etwas naiv aus dem Bauch heraus schreibe, alltägliche Beobachtungen/Gedanken, dann schäme ich mich für sie und verstecke sie schnell wieder.

Ganz bestimmt liegt es auch daran, dass ich mich mit den Jahren dem Schweigen nähere, sowohl schriftlich als auch mündlich. Jeder hat eine Meinung zu so gut wie jeder Sache, aber wirklich vielfältig sind diese Meinungen nicht, sie gleichen eher einer tauben, polarisierenden Diskussionen inkontinenter Münder.

Wir suchen immer wieder nur nach Bestätigung des schon von uns geglaubten, begeben uns nie wirklich aus unserer Bequemlichkeitszone.

Es ist schon absurd, dieser Versuch von Individualismus und wie unsere Vielfalt dadurch eigentlich verarmt.

Da beschweren sich Menschen über die Aussage, dass wir alle gleich sind.

Weil sie nicht verstehen, dass damit etwas anderes gemeint sein könnte, als die äußerlichen Unterschiede, die Kleidung, die wir tragen, die Lebensphilosophie mit der wir uns identifizieren, unsere sexuelle Vorliebe, unsere Hautfarben/Herkunft, unseren sozialen Stand. Wir sind geprägt davon, ganz bestimmt auch determiniert. Das macht Kultur und Sozialwissenschaften so interessant. Der Einfluss, denn all diese Sachen auf uns haben.

Alle Menschen sind gleich, muss man eigentlich nicht erklären:

Wir werden geboren, wir leben, wir nehmen uns als denkende, selbstreflektierende Wesen wahr, wir haben keine Beweise, wie und ob es weiter geht, wir wissen nur, dass unser Körper, egal wie schön, reich, geliebt er war, in der Erde vermodern wird, bis er selbst zu Erde wird.

Der Satz darf nicht dazu benutzt werden, Menschen davon abzuhalten  sich für Gerechtigkeit einzusetzen, gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen, denn bevor die Menschen nicht dieselben Chancen haben, besteht ein Ungleichgewicht, das man entweder akzeptiert oder nicht.

Da wir in einer Welt leben, die das Recht auf Chancengleichheit behauptet, ist es naheliegend, dieses auch einzufordern.

Wir Menschen sind alle gleich. Aus diesem Satz sollte jede Bewegung stehen.