Vor demselben Baum stehen. In zwei verschiedenen Zuständen.

von MaryamSamara

Vor demselben Baum stehen. In zwei verschiedenen Zuständen.

Einmal sehe ich den Baum und nehme ihn wahr.

König, denke ich. Du. Ich. König. Wir. Alles. Nichts.

Das andere mal steht eine gläserne, durchsichtig und doch stumpfe Mauer zwischen dem Baum und mir und auch wenn ich verstehe, dass ich diese Mauer gezogen haben muss und der Baum derselbe Baum mit derselben Wahrheit (bzw. noch viel tiefer) ist, noch immer König, jedes seiner Blätter ein Wunder, auch wenn ich das weiß, komme ich mir ausgesperrt vor.

Dann denke ich: Warum reden die Weisen/innen nicht mehr darüber, wie man in diesen Zustand kommt, warum reden sie nur vom Zustand selbst und was nützt es mir, wenn es die Momente sind, in denen man sich selbst ohne zu verstehen aussperrt, die einen hilflos machen?

Sie reden von dem Zustand,

als ob das Reden über den Zustand den Zustand auslöst und manchmal funktioniert es und oft nicht.

Vielleicht ist das ein besonderes Problem des modernen Menschen, dass er den Schlüssel zum Zustand der Verbundenheit immer wieder verlegt und nicht weiß, wo er suchen soll.

Es ist also nicht der Ort, den wir suchen, sondern den Zugang zu ihm.

Wir wissen, dass es auf das „wie“ ankommt nich auf das „was“,

im Zustand der Verbundenheit ist es nicht wichtig, was wir tun. Es ist alles gut. Und wir erkennen, dass alles Streben egal in welche Richtung immer nur Mittel zu Zweck ist.

Zum Erreichen des Zustand der Vollkommenheit.

Es scheint mir, dass wir Menschen viele Versuche unternehmen, um uns ins Staunen zu versetzen. Wir alle suchen diesen Ort. Gerade in den Künsten. Oft wird versucht eine Atmosphäre des Wunderns zu kreieren. Dabei wird meist der intellektuelle Verstand adressiert, der aber schon so lange die Existenz von Wunder negiert hat.