Erinnerung an einen Regentagmorgen, schon wieder Vergangenheit, wenn ich das Ende des Textes erreiche.

von MaryamSamara

Samstagregenmorgen, leichte Kopfschmerzen, die mich aber eher zu etwas antreiben als von etwas abhalten.

Morgens wie eine leere Leinwand aufwachen.

Und sie dann gut überlegt füllen mit Ideen wie man heute sein möchte, wohin man seinen Blick wirft. Alle Ideen, die den Weg aus Starre zeigen, sind willkommen.

Mit Kaffee im Bett sitzen, schreiben und auf der Couch schnarcht mein Sohn leise vor sich hin. (Er kam, als ich schon schlief, irgendeine Spinne, die ihn verschreckte.)

Ich tippe leise und fühle Dankbarkeit: Bei einem kalten Regentag in der warmen Wohnung und dein erwachsen werdender Sohn schläft tief neben dir.

Die Mädchen sind fast flügge und ich darf sie begleiten, Mut machen. Die letzten Momente  genießen, ein Abschied auf den ich lange gewartet habe und dann doch eine Nostalgie und der Wunsch intensiver anwesend gewesen zu sein.

Im Traum ein viertes Kind bekommen, ein Mädchen, ganz sanft, so eines, das sich an einen schmiegt und lächelt und Frieden ausstrahlt.

Die Momente in denen allerlei Ideen und losen Verknüpfungen, Möglichkeiten zu einander finden…

Die Welt, als einen Ort voller Möglichkeiten begreifen, die Wunder auf die ich als Mädchen gewartet habe, erfahren.

Erinnerungen, wie ich voller Begeisterung aufwachte und erwartete, dass dieser Tag ein besonders guter Tag werden sollte, ein Tag, der vieles verändern würde.

Und dann kam das, was wir Realität nennen, dass als Kind unerwartet, unkontrollierbar scheint und durch seine Festigkeit über die Vorstellungen des Mädchens siegte, so dass es ihr vorkam als würde sie gegen eine unsichtbare Wand laufen, mal war diese Wand gummihaft weich, mal so hart, dass es ihr ganzes Wesen erschütterte. Immer nahm sie es sehr persönlich. Und lange wunderte sie sich, dass ihre intensiven, warmen Vorstellungen nicht die Kraft besaßen, die sie spürte zu haben.

Bis sie nach und nach einen solchen Respekt vor der Realität bekam, dass sie eifrig alle Regeln lernte, die man ihr bei brachte und sie gewissenhaft einhielt, eine Stimme in ihr, die sagte, dass sie sich geirrt haben musste, ihre Möglichkeiten überschätzt.

Ich stelle mir vor wie ich das Mädchen besuche, es fest umarme und ihm sage, dass es Recht hat und dass es nur Übung braucht, dass sie an dem Zustand der Liebe festhält, wenn sie Verletzungen erfährt, dass sie anstatt das Leben zu ernst zu nehmen, lieber ihren Blick darauf richtet, das Urteilen zu entschärfen.

Jetzt scheint die Sonne und mein Sohn schläft still. Es ist ein wunderbarer Tag.