Frieden kennt keinen Krieg

von MaryamSamara

Wann werden wir so hungrig nach Frieden sein, dass jede Rechthaberei ihren Reiz verliert?

Fast jeder sagt: Ich will Frieden.

Doch was tust du für den Frieden?

Solange du da stehst und mit deinem Finger auf den anderen zeigst, darauf bestehst, dass er sein Unrecht endlich einsieht, soange fügst du der Welt mehr Krieg zu.

Im Krieg sein bedeutet Abgrenzung vom anderen. Die Verneinung, dass er wie du ist.

Dein „liebevolles Herz“ wünscht allen Menschen gutes und möchte niemandem Schmerz zufügen,

bis auf die, die du zu deinen Feinden* erklärt hast. Die haben es verdient zu leiden, denn sie haben andere leiden lassen, sie sind schlecht. Sie sind keine Menschen wie du, denn du würdest so etwas nicht tun.

Und mit einem Mal freust du dich, wenn anderen etwas schlimmes passiert, weil sie deine Feinde sind, weil sie es verdient haben.

Wenn du religiös bist, dann betrachtest du ihre Schmerzen/Ängste/Leiden als Strafe Gottes, so als wüsstest du genau, wann Gott straft und wann er prüft. (Und das ist Anmaßung.)

Wie kann ein immer schlagendes Herz diesen Unterschied machen, so als würde es bei jedem Herzschlag entscheiden, ob er verdient ist oder nicht. Das kann also nicht dein Herz gewesen sein, das für den einen schlägt und gegen den anderen.

Und näher betrachtet, fühlt es sich so an, als sei es dein Gerechtigkeitssinn, der dich diesen Unterschied machen lässt. Es wurde uns früh beigebracht, dass wir Liebe nur verdient haben, wenn wir uns gut verhalten und fast genauso früh haben wir um von der eigenen schmerzhaften Erfahrung des Bedingt- geliebt-werdens abzulenken auf andere übertragen, wer verdient es geliebt zu werden und wer nicht. Als Alibi kam uns die Frage der Gerechtigkeit gelegen. Mehr noch als ein Alibi, das Gefühl, dass es den anderen genauso ergehen soll wie uns, wenn wir nicht angenommen werden wie wir sind, dann dürfen es die anderen auch nicht.

Es gibt einen Punkt in deinem Leben, da hast du die Möglichkeit erwachsen zu werden. Erwachsen in dem Sinne, die Fähigkeit zu entwickeln, das verletze Kind in dir zu heilen.

Das sogenannte Kind mag ein Teil des Ego sein mit seinem gesammelten, unbewältigten Schmerz und dein Erkennen, dass du weder deine konditionierten Strukturen und rechthaberischen Denkmuster, noch deine Ängste/Schmerzen bist, dass du etwas viel tieferes bist, das lässt dich auf allen möglichen Ebenen heilen.

Auch heilen von der Illsuion des Getrennt-sein, das dir Einsamkeit vortäuscht, wo niemals Einsamkeit war.

Du erkennst, dass der Feind im Außen in dir  war und dass niemand jemals durch Krieg besiegt wird. Und du erkennst, dass es viel Ungerechtigkeit auf der Welt gibt, weil jeder nur nach seinem eigenen Recht schreit.

Dann bist du Frieden, der kein Gegenteil hat. Du hörst auf zu beteuern, dass du eigentlich nur Frieden willst.

*ob nun temporär im Falle eines Streites, wo der Liebste/die Liebste/die eigenen Kinder,Eltern,Freunde, etc. plötzlich keinen Platz mehr in deinem Herzen haben oder kostant als das persofinzierte Böse, ob nun eine Gruppe oder ein Individuum.

Anmerkung: Viele verbinden den Zustand des Einssein mit allem mit Handlungsunfühigkeit und  einer morlaisch-relativistischen Einstellung. Aber das stimmt nicht. Du hörst nur auf, von einem Ort der Abgrenzung aus zu agieren. Du stehst dem Schwachen bei und erhebst dich gegen den Unterdrücker sobald du kannst, aber du handelst aus einem Ort, der die Einheit von allem erkennt.

Ich gehe davon aus, dass jeder, der sich selbst reflektierend  und so bewusst wie ihm möglich durchs Leben geht, diesen Ort kennnt und wer ihn kennt, dessen Wunsch wird sein immer an diesem Ort zu bleiben, auch wenn er (wie ich) vielleicht noch nicht immer weiß wie das geht. Aber der Wunsch wird stärker werden, er wird einen Sog und eine Stärke entwickeln, die dich dorthin ziehen, immer öfter, immer wieder.