Mary am Meer

Neuanfänge

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Meine Anfänge sind alt und fangen tue ich sie auch nicht.
Außerdem ist mir gänzlich unklar, an welcher Stelle sie beschließen in mein Leben treten.
Handelt es sich um Zyklen, die anfangen und zu Ende gehen oder sind es eher gescheiterte Versuche
à la “Steh auf und versuche es noch einmal!”. Vielleicht ist das eine wie das andere.
Fest steht, mit den Jahren wird etwas abgerieben. Nach und nach abgetragen. Der Scheuermilch des Lebens entgeht niemand. Die gute Nachricht ist, dass auch der Schmutz mitgenommen wird, narzisstischer Dreck aller möglicher Art.

Und das zarte versteckt sich tief. So stehen die Überlebenschancen gut. Ist man bereit, die Schichten abtragen zu lassen, ohne zu verbittern oder allzu lange Freundschaft mit der Hoffnungslosigkeit zu schließen.

Die Erinnerungen an bestimmte Lebensgefühle besitzen sanft magnetische Fähigkeiten. Langsam ziehen sie uns an verloren geglaubte Orte. Es ist kein zurück. Aber auch kein voran. Am ehesten ist es ein Staunen über die Möglichkeit der Entdeckung in uns selbst. Wie das sein kann, dass wir etwas wiederfinden, das wir nicht verloren haben können. Unseren Umfang können wir messen, aber die Tiefe bleibt rätselhaft.

Ganz sein.

Wie wäre es, wenn alles gut mit dir wäre, so wie du gerade bist.
Wenn du nichts, aber auch gar nichts ändern müsstest, wenn alles, was du tun müsstest die Annahme wäre, was immer vorhanden ist oder hochkommen mag an Gedanken, Gefühlen, konditionierten Mustern in dir.

Was wäre, wenn deine Schwäche Gnade finden würde

in deinen eignen Augen.
Wenn die Worte “Herz öffnen” keine peinlich berührten Zuckungen in dir verursachen würden, weil es so kitschig klingt und viel zu esoterisch
für dich.
Kein “Ja, aber..!” mehr, keine hohen Ideale, die dich nicht nur von dir selbst entfernen, dich in dir aber und abermals abspalten, bis du so zerstückelt bist, dass jedes Tiffanyglas vor Neid erblassen würde, sondern dich dazu auch von den anderen Menschen trennen, die deinen Idealen schon gar nicht gerecht werden können, entweder weil sie auf Sensibilität und Selbstreflexionen scheißen oder weil sie einfach andere Ideale haben.

Erinnerungen an ausgelassene Momente, Kindheitserinnerungen, schwach, aber wahrnehmbar, Momente, in denen man die Möglichkeit vernichtender Kritik noch vergessen konnte, die radikale Leichtigkeit des Seins im ganzen Körper spürte, übermütig und ausgelassen.
Erinnerungen an eine fremde Welt.
Aber immerhin
Erinnerungen, die man vorher ganz vergessen hatte, verdrängt. An eine Zeit, bevor man zu oft gesagt bekam, dass man so wie man ist, nicht richtig ist, bevor man das Gefühl vermittelt bekam, nur auf eine bestimmte Weise akzeptabel zu sein.

Was nicht zusammen geht. Versuch einer Skizze

So viel geht nicht zusammen.

Fragen wie “Wie viele Tote braucht es, damit man “Genozid” sagen kann, ohne das Wort inflationär zu benutzen” und “Was koche ich heute zum Mittag” stehen zu dicht bei einander.

Rihanna twittert #FreePalestine und bezeichnet es dann als Fehler. Sie würde sich nie in außenpolitische Angelegenheiten einmischen.

Ich klicke wider besseren Wissens auf ein Video aus Gaza, eine verstaubte, traumatisierte Familie, genauer gesagt,  das, was von ihr übrig geblieben ist, sitzt benommen auf dem Bürgersteig. “Meine Schwestern!”, ruft der kleine Junge: “Asmaa! Hannan!”, immer wieder.

Kein Tropfen Blut ist nötig, keine Gedärme oder heraustretenden Hirne, um die Erkenntnis auszulösen: Das hätte dein Sohn sein können, der seine toten Schwestern ruft.

Ein kleiner Junge würde vollkommen reichen, um alle Massaker dieser Welt zu stoppen.

Die (menschliche) Realität hat jedoch einen Sprung. Sie funktioniert nicht mehr. Schon so lange nicht mehr (schon immer?) und es scheint, dass der Riss immer noch tiefer und tiefer reißt.

In Pakistan werden die Ahmadiyas niedergemetzelt, in Irak Schiiten, Kurden und Christen, in Bahrain, Saudi Arabien, Indonesien, Malaysia ist man besser auch kein Schiit, in Iran die Bahaí und andere, niemand schaut nach Afrika, in Syrien tobt ein Krieg, den niemand gewinnen kann und in Gaza ein Massaker, das von der westlichen Welt nicht nur durch Waffen und finanzielle Hilfe subventioniert und legitimiert wird, sondern letztendlich auch durch uns Konsumenten israelischer Produkte.

Es hängt alles zusammen, lose oder verstrickt. Achja, da war dieses Video: Dumas über den geplanten Krieg im Osten und diverse Ex-Generäle/Agenten, die ganz ähnliches sagen. Komisch, wie viele  im Nachhinein reden, als hätten sie damit nichts zu tun gehabt, aber wenigstens reden sie, auch dazu gehört Mut.

Aber es hört sie eh niemand, so als wäre das Verfallsdatum der Glaubwürdigkeit von Ex-Funktionären abgelaufen.

Ich melde mich- mal wieder- auf einer Dating Seite an, in der Baerchen und Pubärchen, Prinz_oPferd, Nobody87,  Bekanntschaften suchen. Man kann sich auch in der virtuellen Welt sehr einsam fühlen.

Liebe Miriam, nun musst du dich entscheiden…

Wenn die Kinder schon groß wären, würde ich aufs Land ziehen. Da gibt es wenigstens die Einsamkeit der Stadt nicht.

Jetzt ernähre ich mich schon 5 Monate vegan und lowfat. Es fühlt sich unbedeutend an.

Meine Tochter kommt in die Küche und grummelt, es gäbe nichts zu essen. Ich zeige müde auf das Brot, die Butter, Marmelade, sage “Wir haben noch Käse im Kühlschrank und ich hab Pastete gekauft”. Sie grummelt weiter vor sich hin und ich unterdrücke ein: “In anderen Ländern verhungern die Kinder wirklich!”, da ich es doch ganz genauso mache, es bei anderen nur mehr auffällt, die eigenen Unzufriedenheit anstatt den Fokus darauf zu setzen, was man alles hat, zumindest ist es ein durch das schlechte Gewissen getrübter Genuss….

Die Worte verhaken sich wie eine alte Schreibmaschine in meinem Kopf. Verkantet und schief, das alles. Aus meiner Demeter-Früchtetraummüslipackung fliegen mit einem Mal zig Motten. Warum erscheinen mir Motten eklig und Schmetterlinge schön? Nur weil sie bunt sind (oder weil sie nicht aus meiner Müslipackung fliegen)?

Hamas oder Israel? (Als wäre das die Wahl.)

Und was koche ich nun zum Mittag?

 

 

 

Nicht nur in Gaza sterben Kinder, sagen.

Jemand schrieb: “Nicht nur in Gaza sterben Kinder.”

Der Satz ist so falsch, so wahr er auch ist.

 

Nicht nur in Gaza sterben Kinder, zu sagen.

So als könnten die Kinder von Gaza etwas dafür, dass auch woanders Kinder sterben.

Nicht nur in Gaza sterben Kinder, zu sagen.

So als ob das Grauen ihres Todes dadurch an Grauen verlieren würde.

So etwas zu sagen, um zu sagen, dass es dich nicht berührt.

Oder  entrüstenden Menschen antisemitische Motive zu unterstellen, da es sich bei dem Angeklagten um Israel handelt und Israel sich selbst als jüdischen Staat definiert.

Opferkomplexjude, zu sagen, um jeden Juden, der den Rassismus oder die ethnischen Säuberungen Israels kritisiert, mundtot zu machen und als Einzelfall hinzustellen, ohne auf seine Argumente einzugehen.

Hamas, zu sagen, als wäre damit alles gesagt.

Die Angriffe auf die zivile Bevölkerung, die schon lange vor der Entstehung Hamas stattfanden gerechtfertigt.

Es ist kompliziert, zu sagen, um sich von der Last der Verantwortung  eine Position einnehmen zu müssen, zu befreien. So als wäre die Verantwortung nicht mehr da, wenn man sie leugnet, wie ein Kind, das glaubt, es würde nicht mehr gesehen werden, wenn es die Augen schließt.

Um einfach wegschauen zu können und traurig den Kopf zu schütteln über die beiden zerstrittenen Brüder, die angeblich seit Jahrhunderten keinen Frieden finden können.

Über den Israelkonflikt kann man nicht diskutieren, zu sagen.

Als ob es um bloße  Meinungen geht, persönliche Vorlieben, ist, als würde man sagen, dass die Diskussion um die Apartheid in Südafrika auch nur eine Angelegenheit von Meinungen gewesen sei.

Warum geht es uns Deutsche/Europäer an, was dort in Israel geschieht? Warum sollte uns der Konflikt mehr angehen, als das, was in der restlichen Welt geschieht?, zu sagen.

So als habe die dunkle, deutsche Geschichte und die europäische Kolonialgeschichte nichts mit der Entstehung und Radikalisierung Israels zu tun. Oder so als würde die dunkle, deutsche Geschichte gebieten, einen Schleier des Schweigens über alles, was sich jüdisch nennt zu legen, so als seien Juden durch den Holocaust von allen menschlichen Fehlern gereinigt, so als seien Juden nicht Menschen wie andere und so als sei blinde Zustimmung ein Ausdruck von Wiedergutmachung und Freundschaft.

Warum überhaupt etwas sagen, wenn man nur seine kleine Stimme hat? Warum sich nicht an die gängige Version von Recht und Unrecht halten, warum riskieren geächtet zu werden, Freunde zu verlieren, wenn es eh nichts bringt?, sagen.

Weil wir gefragt werden von der nächsten Generation, die die Fakten deutlich sehen wird, ohne die emotionalen, psychologischen Verstrickungen in denen wir uns befinden.

Wie konntet ihr das nicht sehen?, werden sie sagen. Und dann werden die schweigen, die all das gesagt haben.

 

(Miko Peled, der Sohn des einflussreichen, israelischen Generals über die Notwendigkeit der Demokratisierung des israelischen Apartheidstaat Israel)

Eine kleine Geschichte.

Wie geduldig er ist. Wie wenig nachtragend. Wie er immer wieder kam, ohne sich aufzudrängen. Und als ich ihn endlich empfing, einigten wir uns wortlos, keine Fragen zu stellen. Er würde nicht fragen, wo ich so lange gewesen war und ich würde keinen einzigen Satz formen, der die letzte Silbe in die Höhe zog.

Es wurde still um uns; eine aus der Vergangenheit (hart) erarbeitete Stille. Da waren keine Laute mehr, die- wie das kleine Mädchen mit dem Pferdeschwanz, das gerade so gelernt hatte freihändig auf dem Fahrrad zu fahren und vorlaut: “Schau maaal, schau maaal!” rief- auf sich aufmerksam machen wollten.

Eine seltsam, sanfte Entschlossenheit umgab uns. Nicht aufgeben. Durchhalten. Darauf kommt es an: Sich tragen zu lassen von seinen eigenen Schwächen.

Sentimentalitäten hielten wir uns fern. So als hätten wir endlich gelernt, dass sie einem Strohfeuer gleich alles Echte verzehren.

Es ging nicht darum, etwas zu beweisen. Außer vielleicht, dass wir uns Hoffnung bewahrt hatten. Auf eine Weise waren wir wie weise Kinder, die im Laufe der Geschehnisse gelernt hatten, sich auf eine gewisse Art zurückzuziehen. Der Rückzug glich einer Bewegung, kaum beschreibbar, ein wenig wie das Zurückweichen in einem Kampf vor einem Angreifer, an irgendeiner Stelle machte man eine rätselhafte Bewegung, die einen in die  Schutzzone zog. Gerettet. Für jetzt. (Was sich keinesfalls beunruhigend anfühlte, da wir keine Fragen stellten.)

Nur die Einsamkeit überdauerte alles, aber sie überschattete die Welt nicht; sie unterlag.
Wenn wir in den Himmel schauten, war er frei. Und als es regnete, tränkten wir unsere Haut mit jedem Wassertropfen, als ob wir doppelt durstige Pflanzen wären. Der Durst nach Wasser war penetrant und unleugbar, der andere Durst war nicht greifbar, zu unbekannt, um einen Namen zu haben.

Doku über das Bienensterben, anzuschauen bis 8.7.2014

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/br/01072014-more-than-honey-100.html

To become love, instead of waiting for love to come.

You have to put yourself out there! You don´t know how, but you have to put yourself out there*.

You want to become love, instead of wanting for love.

Its all about: To become love, instead of waiting for love to come.

Sometimes you  say: I don´t feel that kind of love, you are talking about. I fear, I am no deep. Not enough. If there were just somebody to show me.

Sometimes you say: I´ m almost there! I feel connected to this infinite love and its soo easy. How come, not everybody can feel, what I feel right now. It is like the easiest thing in the world!

*although you don´t even really know what “out there” means.

_____________________________

Wer wäre die unglückliche Frau, wenn ihr jemand den Kummer wegnimmt? Ihr Gesicht verhärtet sich; alles, vor allem aber die Mundwinkel ziehen tiefe Furchen nach unten, so als hätte sie aus ihren Mundwinkeln Säure geweint.  

Nach ihr möchte ich nur noch Liebe sein. Alles andere: eine unglaubliche Verschwendung. (Vielleicht sogar ein Verbrechen?)

Si vis amari, ama! Mit diesem Satz werde ich mein Herz tätowieren: Wenn du geliebt werden willst, liebe!  

Bis ich es verstanden habe.

Bis ich es endlich verstanden habe.

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Die Sehnsucht für sich behalten. Und den Wunsch nach jemanden, der versteht. Das Verlangen, jemand verlange Hingabe.

Der Trost, dass durch Entzug, die Bedeutung der Dinge vor Abnutzung bewahrt wird. Die Befürchtung, dass das Leben sich nur durch Entzug abnutzt.

Vom Vorbeigehen.

Da ist kein Du.

Am anderen.

Ende.

Kein anderes. 

Ich.

(K)ein anderes Du. 

Austauschbare.

Dinge. Ich sammle nicht.

Haut und Haar. Wo stellt man sich?

Vor. Hin und Weg. Und ein wenig. 

Geht vorbei.

Finden wir uns. 

Wer nicht richtig.

Zermürbte.

weiß nicht.

wie. schmeckt.

Aufgabe.?

Was geht.

vorbei.

 

 

 

 

 

 

كلّ من علىها فان oder: Von der Versöhnung

Lass uns Leben
“Typisch für sie!”, sagen sie und sie wissen nichts.
Weil sie ja nicht einmal wissen, wann sie schweigen sollten oder wie sie ihre schlechten Gedanken kontrollieren, ganz zu schweigen, von der Kunst sie in gute zu transformieren.
Diese Leute, die genau Bescheid wissen wollen, über die Absichten von x und y, um ihrer Seele den Schrecken des eigenen Anblicks zu ersparen, genau auf diese, hab ich aufgehört zu hören.Lass uns lieber Feuer machen, oben auf dem Berg, lass uns tanzen, lass uns lachen, die Tränen im Gesicht, stören uns nicht. Es ist ok.Lass uns in die Sterne gucken und ihnen zu hör´n, was sie zu erzählen haben, wie die Sicht so ist da oben. Lass uns vom Geruch der Nacht einhüllen.

Lass uns laute Lieder singen über Liebe, über Leben und dann mit den Wölfen heul´n. Es ist soweit.

Lass uns die Dunkelheit betrachten und in ihr Hoffnung sehen. Lass uns geheimen Wünschen ihren Namen geben und schau´n wie sie sich freuen.

Lass uns schwören, Schwesterherz, das wir immer weiter gehen, Wunden heilen, Weisheit sammeln, die Welt erkennen und unseren Platz darin.
Alles vergeht, weil es entstand.
Damit lass uns Frieden machen, denn darin liegt der Sinn.

Das schrieb ich im September 2009 verletzt durch einige hässliche Bemerkungen anderer, weil sich nun auch meine andere Schwester scheiden ließ und das Siegel “Die Beziehungsunfähigen” nun endgültig an meiner Familie klebte.
Es war ein spitzer Schmerz und mein Ego, das sich unverstanden fühlte. Ich hätte damals einen Roman drüber schreiben können, warum wir nicht in unseren Ehen blieben und wie es meines Erachtens überhaupt dazu kam, dass wir fast alle viel zu früh heirateten.
Ich trug viel Sehnsucht in mir, auf der anderen Seite aber auch einen tiefe Verbundenheit zur Natur, in der ich neben dem Schmerz unfassbare Liebe und Schönheit erkannte.
Mein Bedürfnis, meine Familie und mich zu verteidigen hat sich gelegt. Am Anfang war es eher eine verbitterte, stolze Gleichgültigkeit, die jetzt mehr und mehr zu einer Bereitschaft wird, den Menschen die Freiheit zu geben, schlechte Urteile zu fällen, getragen von der Erkenntnis, dass diese Urteile nichts mit mir (oder meiner Familie) zu tun haben. Ich brauche es nicht mehr, dass mich jeder mag, für schön und klug befindet, für einen Menschen mit Potenzial.
Im Endeffekt können wir froh sein, wenn sich urteilende Menschen aus unserem Leben entfernen. Aber es ist noch mehr als das.

Ich bin überzeugt, dass wir jedes Urteil, das wir über den/die anderen fällen auch über uns selbst fällen.
Im ersten Augenblick mag es Aussehen, als versuchten wir damit uns selbst zu erheben. Fühlt man näher hin, erkennen wir, dass wir Angst davor haben, dass das unsere eigene Wahrheit sein könnte.
Ich selbst habe geurteilt über die Leute, die urteilen und ich selbst habe oft genug über die Handlungen und Geschichten anderer geurteilt. Es ist befreiend diese Bitterkeit loszuwerden. Und den Ernst (daran arbeite ich noch).
Wir* nehmen unsere Lebensgeschichte viel zu ernst. Wir sind nicht diese Geschichte. Das kann ich nun spüren und dafür bin ich sehr dankbar.

Gestern ging ich durch die Wildgrasfelder auf dem Tempelhofer Feld, über mir ein heiliger Himmel, die Wolken hingen herunter bis zum Horizont, so dass es so aussah als könnte man von dort aus an ihnen hinaufklettern. Die Sonne schien durch die schmalen Lücken zwischen ihnen. Die Felder leuchteten in einem mit grün unterlegtem Gold und der Wind fuhr durch die Halme. Über all leuchteten Wildkräuter (teils in Blüte) heraus in allen möglichen (in meinen Augen) perfekten Farben, lavendel-grau, altrosa-creme, lindgrün, vanille-weiß, lila-blau.

Hätte das Gefühl der Einsamkeit beschlossen zu Hause zu bleiben, wäre ich eins mit der Schönheit geworden, so aber teilte ich den Augenblick mit dem Gefühl meiner Unvollkommenheit und war (trotzdem) dankbar ihn erleben zu dürfen.

*der Einfach halber verallgemeinert

Erleichterung

Am Ende sind wir alle ein paar schwingende  Moleküle in einem leeren Raum (99,999..%).

Die Last der Existenz beginnt einen Tanz und verleugnet ihre eigene Wirklichkeit.

Nichts ist fest. Weder die Materie noch die zu manifestierenden Möglichkeiten. Das Leben, ein Spiel.

Und wir entscheiden uns für Liebe. Noch ein Wunder: Dass Moleküle lieben können oder (wahrscheinlicher) selbst Liebe sind.

Eine Einführung in die Quantenphysik

Anmerkung: Würde man den Menschen auf die Größe des Eifelturms vergrößern und ihm dann alles außer Materie “abziehen”, dann würde etwas in der Größe eines Flo übrig bleiben. Der Denkfehler besteht offensichtlich darin, dem Nichts (und dem unsichtbaren) seine Wirkung abzusprechen. Im Prinzip ist die Metaphysik das Ende jeder materialistischen Weltanschauung (womit ich überhaupt kein Problem habe).

Ohne Titel

Es ist Frieden. An diesem Sonnenuntergang.

Ich trage diesen Frieden. (Er steht mir gut.) Die Haut hat Sommerbräune

und ich finde mich.

Ein sanftes Geheimnis über Liebe, die nach Jasmin riecht

schwebt über uns. Kein Bedauern mehr.

Ich finde dich. An einem Sonnenuntergang.

(Mehr gibt es nicht zu sagen.)

 

 

Eine Geschichte

Komm, ich erzähle dir eine Geschichte

in der nichts geschieht,

weil nichts geschehen muss.

Die narrative Ebene ist zur Ablenkung des unruhigen Verstandes auf der Suche nach Futter bestimmt. Und die Geschichte, die ich erzählen will ist nicht zum Fressen gedacht. 

Leg dich oder setz dich,

ganz wie du willst.

Sei dabei müde oder wach.

Hörst du

draußen den Vogel zwitschern.

Fühlst du

das Klopfen deines Herzens. In deinem Bauch

gibt es Räume,

spüre sie. 

 

Die Welt steht still. 

Das ist die Geschichte. 

Vom Einfach Sein

Rat an mich selbst: Sag erst etwas, wenn du wirklich etwas zu sagen hast. Du muss weder etwas sagen, noch etwas tun, noch irgendwie besonders gut aussehen, damit du wer bist. 

Auf dem Weg zum Bioladen, wurde mir der Grund für mein Unbehagen unter Menschen bewusst. Es ist nicht so sehr die Angst, dass sie einen negativen Beurteilung über mich fällen könnten, sondern eine Erwartung, die ich stelle, nämlich eine Erwartung, die immer gleichzeitig auch ein Bedürfnis ist, dass eine Begegnung stattfindet, so kurz sie auch sei, ein Erkennen als Wesen, es muss nicht mal ein Lächeln sein, eher ein ruhiges registrieren, wir sind gerade jetzt an demselben Ort, ich bin wie du und du wie ich. 

Irgendwie so etwas in der Art, erwartete ich. Mit der Erkenntnis meiner Erwartung löste sich das Unbehagen auf, das ich vorher nicht wirklich akzeptieren konnte, da sich mir sein Grund nicht erschloss. 

Wenn wir eine Handlung/Event an eine Erwartung knüpfen machen wir den Erfolg von dem Eintreten des Erwarteten abhängig. Sobald wir uns unsere eigentliche Absicht/Wunsch/Erwartung, unser Bedürfnis bewusst machen, gewinnen wir den Abstand, den wir brauchen um zu erkennen, dass wir nicht das Bedürfnis sind. 

Unsere Angst so wie wir sind, nicht genug zu sein,

das Gefühl, etwas zusätzlich geben zu müssen

(egal ob es sich hier um Äußerlichkeiten, Schmeicheleien, Klugheiten, Hilfsbereitschaft, eingeschlossen spirituelle Rollen, Manipulationen jeder Art handelt)

um liebenswert zu sein, 

trennt uns von

den anderen,

dem Moment (der das Leben an sich ist)

und vor allem von unserer eigenen Essenz. 

Gestern ging ich an den Menschen vorbei und endlich, endlich wieder spürte ich

Verbundenheit. 

 

 

 

Bündnisse und ein wenig Quantenphysik

Ich habe  noch nie ein Gedicht geschrieben.

Wenn ich je eines schreiben sollte, dann wäre sein Titel mit dem Gedicht identisch

Es wäre ein einziges Wort: Liebe

Wir sind leichte Wesen, die sich von der Illusion des Gewichts der Materie herunterziehen lassen.

 

Auf atomarer Ebene ist nichts fest.

Stahlhart,

ein Fremdwort.

Raum. Unvorstellbar vieeeeeeel Raum.

“Ist der Mond auch da, wenn niemand hinsieht?”, eine Frage der Quantenphysik.

 

Wir werden keine Antworten suchen, wenn wir sie zu uns kommen lassen.

Wir werden keine Fragen mehr stellen, wenn wir alles in uns erkennen.

Schon lange war mir klar, dass der Verstand nicht die Antwort auf die wichtigen Fragen kennt.

Für Frieden gibt es keine Formel und wenn es sie gäbe, dann würde sie nichts nützen, solange die Menschen keine Liebe zum Frieden in sich tragen, weil sie mit sich selbst im Krieg sind.

Wir können ihn nicht in uns tragen, solange wir uns als getrennte Wesen wahrnehmen, das Gefühl unseres Mangels der Welt in Rechnung stellen.

Etwas im Außen soll uns ganz machen, wo wir schon ganz sind.

Das Leben hat etwas traumartiges, weil wir unsere Ganzheit vergessen haben.

Der Gedanke der Trennung manifestiert die Illusion und hindert uns daran, die Welt anders zu sehen.

Und wir haben schon erfahren, dass es nicht der Gedanke/Wunsch (nach) der Einheit ist, der die Welt vereint.

Die Stille der Gedanken erst, macht den Weg frei für die Erfahrung.

Wir sind verbunden.

Das ist der Grund,

warum Verbundenheit (für mich) schon immer ein Synonym für Liebe  war.

Und das ist der Grund,

warum ich das Gefühl der Einsamkeit mit Hässlichkeit gleichsetzte.

 

 

 

Eckhart Tolle – Acceptance and Surrender

Lose Gedanken zur weiblichen Schönheit und der Diskrepanz zwischen Sagen und Sein.

Eine selbstbewusste Frau muss nicht sagen, dass sie es wert ist,

weder sich selbst, noch jemand anderem.

Eine sich liebende Frau lässt sich nicht verunsichern von der Kritik eines anderen. Eine (ganz und gar) schöne Frau braucht keine Bestätigung durch Komplimente. “Danke, danke, dass ihr mich schön findet!”, ist ein Satz, den so eine Frau nicht sagen wird.

Diese Frau weiß schon lange, dass es nicht äußerliche Perfektion ist, die Schönheit ausmacht. Aber wenn sie sagt, dass es die inneren Werte sind, die zählen, dann verneint sie damit die äußeren nicht. Sie meint nicht: Mein Aussehen ist hässlich, aber meine Seele schön,

denn sie trennt das eine nicht vom anderen.

 

Geheimnis.

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Geheimnis ist Grundvoraussetzung für Entdeckung. Das Wort (ver)birgt  sowohl “Heim” selbst als auch die Aufforderung “Geh Heim!”.

Heimgehen können wir erst, nachdem wir das Bekannte verlassen haben, vom Gewohnten verabschiedet oder ihm entrissen wurden. Der Preis ist das Eingestehen, dass nichts bleibt wie es ist, der Tausch der Sicherheit  gegen die Ungewissheit.

Irgendwann nachdem wir mutig alle möglichen Erfahrungen gemacht haben, den Ballast der inneren Mauern nach und nach auf dem Weg abgeworfen haben*, irgendwann ist es Zeit zurückzukehren. Auf dem Weg in die Heimat erfahren wir das Geheimnis, das man die ganze Zeit in sich trug ohne es zu wissen, obwohl wir es ahnten, manche flüchteten überhaupt nur aufgrund dieser Ahnung, um ihr zu entkommen. Aber wir entkommen nichts, da wir alles in uns tragen.

Zu sagen also, etwas existierte nicht in uns, weil wir es nicht wahrhaben wollen, entweder weil wir ein besseres Bild von uns haben, wir das Ego hinter uns lassen wollen, wir Angst vor dem Schmerz haben, deshalb zu sagen: “Die Gefühle da, die bin nicht ich. Deshalb darf ich sie leugnen, weg sperren, mit ihnen verfahren wie ich will!”, wird uns keinen Schritt weiter bringen, egal wie lange wir gehen.

Der Mutige ist, der sie sein lässt, auch wenn sie ihm Angst machen. Und irgendwann dann ist die Zeit des Heimkommens. Dann sehen wir in uns und sehen: Wir sind nicht (nur) die hin und her geworfenen Wellen auf dem Meer, wir sind das tiefe Meer selbst. Das  geschieht aber erst durch das Geheimnis, wenn wir ihm eine Heimat in uns geben. Und Heimat bedeutet Schutz. Geschützt sein vor dem unerlaubten Eintritt anderer.

* Ich gehe hier vom Ideal aus. Natürlich passiert es uns oft, dass wir die Mauern mit den verletzenden Erfahrungen immer höher und fester ziehen, aber dann entscheiden wir uns gegen das Leben und dann ist es egal, wohin wir gehen. Es wird immer vom Leben weg sein.

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