Mary am Meer

was bleibt

960200_10200262966232136_1950750936_n

943489_10200262948911703_1639036741_n

21200_10200262950151734_648179438_n

954842_10200262948431691_1085571726_nss

 

wir sind ein stapel alter fotos. in posen. bei ausflügen. familientreffen. geburten.

menschen, landschaften, häuser und hunde, geliebte kulissen, bis wir selber zu ihnen werden. festgehalten auf einem nichtssagenden augenblick unseres lebens, bis niemand mehr unseren namen zu sagen weiß.

wovon zieht sich der junge zurück?

liebe mich, liebe mich, liebe mich. das ist alles, was von uns bleibt.

 

bodenhaltung-nur so wirr dahergeschrieben

der mangel an sicherheit.

die füße sehen aus als hätten sie sech zehen, dabei ist fünf sprichwörtlich naheliegender. ich zähle nach. die meerschweinchen jagen den hasen. sie reagieren zu intensiv für nagetiere und ich jage ihnen nach um zu beschützen. auf dem weg rennt mir der hamster über den weg, auch er auf der flucht. am ende drehen wir uns alle nur in einem großen rad und bekommen nichts mit, außer der leichte schwindel, der sich nicht ignorieren lässt. 

meine haare erröteten ohne ihren willen. sowas passiert, wenn man sich nicht durchsetzen kann. ich werde wunschtagebücher schreiben drei monate im vorraus, sobald ich wieder weiß, was es ist, was es war, das ich mir wünschte. 

es gibt nichts zu verlieren außer der achtung

vor sich und der welt

sie wird zu leicht zur

ächtung.

boden unter den füßen ist der luxus dieser tage. und niemanden, der einem das unter wegziehen kann, auf den boden könnten wir notfalls verzichten. 

 

fest zu haltenes II und so

Bild

Dank an alle die hier lesen, obwohl ich selbst so lese-widerwillig geworden bin, so als hätten sich meine literarischen Straßen heimlich und ganz allmählich in Einbahnstraßen gewandelt, nur noch raus, nichts mehr rein und so liegen mir die Worte nicht nur schwer im Magen, sondern kommen mir mittlerweile auch nur schwer über die Zunge, in die andere Richtung versteht sich. Wenn man so will bin ich eine Magersüchtige der Worte geworden. Auch was raus kommt, ist weniger geworden. Vermieden werden Wiederholungen, denen mit der Zeit eine gewisse Lächerlichkeit anhaftet, wenn man sich selbst dasselbe sagen hört. Hören ist ein merkwürdiges Wort…. Hören- so als käme es ganz selbstverständlich von Ohren…

Es gibt da etwas, das ich gestehen will: Ich verabscheue Menschen, die zu viel reden. Zu viel bedeutet, dass sie reden und die anderen nur als Ohr brauchen. Ihnen würde es reichen, wenn der Mensch aus Ohren bestünde und ein paar auf sie gerichtete Augen, vielleicht noch ein paar Hände, die entsprechende Gesten machen. 

Wenn man ihnen antworten will und selbst wenn es auf sie bezogen ist, dann hören sie nicht einmal das. Es ist als hätten sie selbst keine Ohren nur Münder. 

Solche Menschen machen mich müde und stumm, so als würde ich mir selbst den Mund verbieten aus Angst, wie sie zu sein, oder auch weil ich ihr ihnen nicht verbieten kann. 

Wenn es geht vermeide ich die Gesellschaft von solchen und schäme mich ein wenig, weil ich unfähig bin, mich in sie hinein zu versetze. Das einzige, was ich im Kopf habe ist ein Klebeband, das ich auf ihre Münder klebe und dann würde ich sie fest halten und mit ihnen reden. 

__________________________

Es war einmal eine Motzverkäuferin, die war nicht wie die anderen, sie hatte besondere Augen, das Gegenteil von stumpf und aufgegeben, wach und neugierig. Eines Tages kam eine Frau an ihr vorbei, die war nicht wie die anderen, ihre Augen funkelten und suchten nach ihresgleichen. Sie fing an ihr zu zu lächeln und “Wie gehts?” zu fragen. Die andere lächelte schüchtern zurück und antwortete im gebrochenen Deutsch. Sie kam aus Rumänien. 

Immer wenn die Frau aus der Post kam und ihre Geschäfte gut liefen, das heißt, sie Geld auf dem Konto oder ein Paket abgeholt hatte, dann gab sie ihr etwas. 

Eines Tages zeigte die eine auf ihren Bauch und die andere sagte: Bist du schwanger. Und sie nickte. Da brachte sie ihr Obst und Brot mit. 

Gestern sagte die Schwangere: Probleme. Medikamente für meine Mutter, ich brauche. 

Und die Frau schaute sie an…..

___________________________

Und es gibt so vieles, was ich sagen würde. Ich plane ein Cafe. Ich sorge dafür, dass ich das Futter bekomme, das ich benötige und das Wasser, nach dem ich so durstig bin. Und wie ich vor meinem Bett flüchte, obwohl es mich so besitzergreifend zu halten versucht. Dass ich mich wund und verletzlich, gleichzeitig wie in einen Kokon gehüllt fühle. Wie ich mich zum ersten Mal an jemanden hing und mein Stolz nicht intervenierte oder wie ich einem anderen erlaubte nahe zu sein und ich mir selbst befahl nach Nähe zu suchen. Und auch zum ersten Mal, sprach ich einige meiner Wünsche laut aus und bestand auf ihnen, auch als der andere sie für ungut abtat und Erklärungen [für mich] suchte, anstatt Akzeptanz. 

Und doch bin ich auch geizig mit meinen eigenen Worten geworden. Vielleicht verberge ich zu viel in mir selbst, aber ich halte das meiste für nicht wert oder für zu unreif ausgesprochen zu werden….und so passiert es zum ersten Mal, dass ich wirkliche Anfänge von Geschichten in meinem Kopf habe, die nicht meine sind und auch keine von anderen übernommenen. Sie sind noch ganz zart und wauschig (erfundenes Wort, man folge dem Klang). Aber ich liebe das neue an ihnen, das wachsen. 

_______________________________________

Die Unordnung hält fest, sie besteht auf Akzeptanz! So wie das Übergewicht fest hält aus demselben Grund. Und die Trauer/Müdigkeit und all das, was ich am liebsten wegzaubern wollte. So langsam begreife ich aber, dass kein Weg an einer Freundschaft vorbei führt und einer Dankbarkeit für ihre Existenzen. 

Dank Unordnung, du zeigst mir den Weg. Manchmal erschrickst du mich, denn ich weiß, dass es eine Entsprechung in mir geben muss, mit der ich meine, es nicht aufnehmen zu können…..und so [weiter]

 

fest zu haltenes

“Ich hasse euch!”, schrie die fünfzehnjährige Tochter in Richtung ihrer Familie. “Hmm”, antwortete schmunzelnd der Vater mit seinem türkischen Dialekt: “Isch mag dich!”

—————————————-

Er war süchtig nach ihren Briefen an ihn. Er sagte, sehnsüchtig. Es handelte sich um bestimmte Briefe, die vorgeschlagenen Links oder Erzählungen aus ihren Alltag zählten nicht, egal wie lang sie waren, wartete er immer auf Briefe, die von Sehnsucht handelten und der dazu gehörigen Liebe.

Sie hatte ihm gesagt, dass diese Erwartung alles zerstören würde und er hatte wissend genickt, wie er es immer tat, um ihr zu zeigen, dass er verstand, wenn das nicht half, auf sein Gefühl verweisend, dass sie ihn nicht kennen würde, noch nicht, damit noch Raum für die Möglichkeit neuer Entdeckungen bliebe und sie nicht das Gefühl bekäme, ihn nun ergründet zu haben und weiterziehen zu wollen, da sie nicht gefunden hatte, wonach sie auf der Suche war.

Du sagst Dinge und benimmst dich ganz anders, sagte sie ihm oft.

Du interpretierst mein Verhalten falsch, antwortete er und dann zählte sie ihm auf, was er getan hatte oder eben nicht, welche verräterischen Veränderungen sie zu ihren Schlüssen gefühlt hatten und am Ende blieb ihm nur das immer mehr kränkelnde: Du kennst mich noch nicht.

Sie war ihm dankbar für seine Geduld mit ihr und seinen Mut ihr gegenüber zu treten und für sehr vieles mehr. Das Gefühl der Dankbarkeit wuchs und vermischte sich mit Gefühlen der Liebe. Es war merkwürdig und sie wurde das Gefühl nicht los, dass es nicht rechtens sei, eine Liebe auf Dankbarkeit zu gründen, und so oft sie das Gefühl ihrer Sozialisierung zum Fraß vorwarf, es stand immer wieder auf, auf eine unnachtragende Art und Weise unverwüstlich; und es half auch nichts, dass es sich echt und tief anfühlte….sie sehnte sich nach mehr. Aber was ist schon Sehnsucht, sagte sie [anderes als eine Sucht].

kopflos geschminkt

bx8BdGHAx-o1YdbtfKZkjLLGn5cXBi704Dq0l8Uuv1Usss

 

 

ich hielt meinen kopf in der hand, der eine weißhaarige perrücke war, die mir lucia geliehen hatte und schminkte meine augenlieder, als mir klar wurde, dass die angelegenheit doch einigermaßen eckelhaft war, die ränder des halses würden doch bestimmt schmutzig werden und wenn ich den kopf dann überzog?

 

Öffne die Augen!

rChTkne1e36wn7n_kHAZTmtq0375ednRTnRX-f3Z570 (1)

Es ist mehr als eine Geste, still zu sein. Lieben zu lernen. Zu sehen.

“Seeing is deceiving, dreaming is believing”, singt Jessy J und die Jugend singt mit.

Wir können unseren Augen noch weniger trauen als die Menschen es vor uns konnten. Nichte nur das Papier und die Münder lügen, die bewegten  Bilder selbst sind zu Meistern der Täuschungen geworden, man kann seinen Augen nicht mehr trauen.

Die Aufforderung zu träumen, anstatt sich auf seine Augen zu verlassen. Machen wir unsere Wünsche zum neuen Glauben, da wir da draußen nichts mehr glauben können, wissen, dass alles was wir glauben zu wissen, nur unseren Wünschen entspricht, was wir [eh schon] glauben wollen?

Ich bin müde, mein Liebling, du, der du noch aus einer anderen Welt kommst, aus einer geordneten und ich lasse mich von dir erden und sehe die Welt durch deine Augen, damit meine ein wenig zur Ruhe kommen. Meine Blicke senken sich auf den einzelnen Menschen, das Tier, die Natur, eine kleine Geschichte und wenn ich etwas wahres in ihm zu erkennen vermag, dann bin ich dankbar, so sehr, dass ich es kaum beschreiben kann, so hungrig bin ich nach wahrem und so vorsichtig geworden, wie jemand der Wasser sucht und weiß, das meiste ist vergiftet.

Wenn du glaubst, du kannst mich Lieben lehren, dich lieben zu lernen, dann glaube ich dir. Allein die Dankbarkeit ist eine starke Form der Liebe, für die, die es noch können: Dankbar sein.

Sei dankbar, sagt sie: Dass es dir und deiner Familie gut geht, dass ihr hier lebt. Und ich sage, obwohl ich es bin, ich nicht tauschen möchte, mir meine Alpträume reichen, sage ich und meine es: Es hat diesen falschen-bitteren Nachgeschmack, als müsste ich mich freuen, dass es die anderen getroffen hat und als wäre unsere Welt eine gefälschte, weil sie sich wie ein Geschwür auf dem Buckel der restlichen Welt eingenistet hat.

Und sie sagt: Nein.

Meine Unfähigkeit zu trennen, wie lernt man damit zu leben?, möchte ich sie fragen, die mir die Augen mit der Unfähigkeit zu trauern öffnete. Aber ich schließe meinen Mund und bitte die Stille um ihre Weisheit.

“Tableau de Wagner dans la vitrine de la galerie Romi, rue de Seine, 1948.”

“Robert Doisneau, one of France’s most popular and prolific reportage photographers, is known for his modest, playful, and ironic images of amusing juxtapositions, mingling social classes, and eccentrics in contemporary Paris streets and cafes. Influenced by the work of Kertesz, Atget, and Cartier-Bresson, in over 20 books Doisneau has presented a charming vision of human frailty and life as a series of quiet, incongruous moments. He has written: “The marvels of daily life are exciting; no movie director can arrange the unexpected that you find in the street.”

Bild

Bild

BildBildBildBildBildBildBildBildBildBildBildBildBild

BildBild

Bild

 

quelle fb 

936747_521831637873544_496062570_n

quelle fb

gurkenpreise

Der Mann beschwert sich über den Preis von zwei kleinen Gurken. Der Mann hat sich seinen Reichtum errechnet. 

 

2puzzleteilchen,

Niemand hat es ihr gesagt. Es gibt Dinge, die man niemanden sagen darf, niemandem, niemandem. Sie lösen sich allein in dem Bedürfnis auf. Etwas zu lernen, dass niemand sagen kann, das ist das schwerste und das meiste davon haben wir schon lange vergessen.

In uns finden wir Bedürfnisse, Ängste, zu viel Haut. In dem anderen die Erlösung und das Geheimnis und das Wunder des Lebens. [Error]

_________________________

Ich klage eine Gesellschaft an, deren Anschrift ich nicht kenne; für eine Klage wird das bloße Wort [Gesellschaft] in seiner ganzen kruden Ungreifbarkeit reichen müssen.

Klagst du an?-fragen sie, oder klagst du nur?

Das muss ich mir noch überlegen, sage ich.

[Worum geht es denn überhaupt, frage jemand genervt: Muss man immer um alles solch ein Gewese machen?]

Um die Barmherzigkeit!

Was soll mit ihr sein?-fragen sie: Das Wort klingt nach verstaubten Spitzendeckchen und fährt sperrig holperig durch den Mund.

Genau, sage ich: Ihr habt es fast umgebracht, lebendig begraben.

Wir?-wir haben gar nichts getan-sagen sie: Das Wort ist alt geworden.

Dann habt ihr ihm keinen neuen Namen gegeben!-[sage ich]

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 317 Followern an